Praxisbeispiel: Eine selbst gebaute Growbox
Um zu zeigen, was mit einem durchdachten Eigenbau möglich ist, stellen wir hier exemplarisch eine selbst konstruierte Growbox vor. Sie dient nicht als Bauanleitung, sondern als Praxisbeispiel dafür, wie sich Technik, Effizienz und Alltagstauglichkeit sinnvoll kombinieren lassen.

Technische Daten
| Kategorie | Spezifikation |
|---|---|
| Außenmaße (B × T × H) | 90 × 80 × 140 cm |
| Beleuchtung | Spider Farmer SF1000 LED, 100 W |
| Steuerung | Raspberry Pi 4 |
| Umluft | 4 Umluftlüfter, flexibel positionierbar |
| Leistungsaufnahme (Grundbetrieb) | ca. 110–115 W |
| Leistungsaufnahme mit Zuluftheizung | ca. 160–165 W |
| Leistungsaufnahme mit Innenraumheizung | ca. 165–170 W |
| Maximale Leistungsaufnahme | ca. 215–220 W |
Stromkosten
Annahmen:
Strompreis: 0,396 €/kWh
Ein Anbauzyklus entspricht 6 Wochen × 18 h/Tag → 42 Tage und 9 Wochen × 12 h/Tag → 63 Tage
| Betriebsmodus | Leistung | 12 h/Tag | 18 h/Tag | 1 Anbauzyklus |
|---|---|---|---|---|
| Grundbetrieb | 0,115 kW | 0,55 € | 0,83 € | 69,93 € |
| mit Zuluftheizung | 0,165 kW | 0,78 € | 1,18 € | 99,54 € |
| mit Innenraumheizung | 0,170 kW | 0,81 € | 1,21 € | 102,42 € |
| Maximalbetrieb (beide Heizungen) | 0,220 kW | 1,05 € | 1,57 € | 132,51 € |
Die Box ist vollständig selbst gebaut, stabil ausgeführt und auf den Indoor-Anbau ausgelegt. Sie ist isoliert, beheizbar und im Innenraum mit reflektierender Isolierfolie verkleidet, um Licht und Energie möglichst effizient zu nutzen. Ziel war es, ein System zu schaffen, das unabhängig vom Aufstellort zuverlässig funktioniert und gleichzeitig flexibel anpassbar bleibt.


Zur Steuerung und Überwachung kommt ein Raspberry Pi zum Einsatz. Über ein Webinterface lassen sich ein Livebild aus der Box sowie aktuelle Werte für Temperatur und Luftfeuchtigkeit abrufen. Zusätzlich werden Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Erdfeuchtigkeit aufgezeichnet und übersichtlich für die letzten 24 Stunden dargestellt. So lassen sich Veränderungen im Klima nachvollziehen und Einstellungen gezielt optimieren.
Die Temperaturregelung erfolgt über 12-Volt-PC-Lüfter, die über MOSFETs angesteuert werden. Der Zuluftkanal ist isoliert und kann bei Bedarf über ein Heizkabel temperiert werden, wie es ursprünglich für Terrarien eingesetzt wird. Ergänzend ist im Innenraum eine Stabheizung verbaut, die bei Bedarf zugeschaltet werden kann, um auch in kühleren Umgebungen stabile Bedingungen zu gewährleisten.
Im Innenraum sind auf halber Höhe seitlich zwei Leisten angebracht, auf denen ein Zwischenboden eingelegt werden kann. Dieser ermöglicht es, Sämlinge und Jungpflanzen in kleinen Töpfen näher an die Lampe zu bringen – also in einer ergonomischen Höhe für optimale Lichtausbeute. Besonders am Anfang der Wachstumsphase ist das hilfreich; später kann der Zwischenboden entfernt werden, sobald die Pflanzen in die volle Höhe wachsen.


Zusätzlich sind an diese Leisten Halterungen für 6-mm-Bambusstäbe verschraubt, die im 3D-Druck hergestellt wurden. Auf diese Weise lässt sich ein flexibles Gitter aus Bambusstäben einlegen, um Trainingsmethoden wie SCROG (Screen of Green) anzuwenden. Der Vorteil gegenüber handelsüblichen Netzen aus Kunststoff oder Gummi liegt in der höheren Stabilität und der Möglichkeit, Abstände individuell anzupassen – perfekt, um das Wachstum gezielt zu steuern.
Zur Steuerung und Überwachung kommt ein Raspberry Pi zum Einsatz. Über ein Webinterface lassen sich ein Livebild aus der Box sowie aktuelle Werte für Temperatur und Luftfeuchtigkeit abrufen. Zusätzlich werden Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Erdfeuchtigkeit für die letzten 24 Stunden protokolliert. So lassen sich Veränderungen im Klima nachvollziehen und Einstellungen gezielt optimieren.
Die Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit erfolgt über einen DHT22-Sensor, der zuverlässige Werte für den Innenraum liefert. Die Boden- bzw. Erdfeuchtigkeit wird mit einem SoMoSe-Bodenfeuchtesensor erfasst, der direkt im Substrat platziert ist und Rückschlüsse auf den aktuellen Wasserhaushalt der Pflanzen ermöglicht.
Alle Messwerte werden in einem festen Intervall von 30 Sekunden erfasst und in einer Datenbank gespeichert. Über das Webinterface lassen sich die aktuellen Werte jederzeit abrufen. Zusätzlich kann der Verlauf von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Erdfeuchtigkeit der letzten 24 Stunden übersichtlich als Diagramm dargestellt werden. Dadurch lassen sich Schwankungen im Klima schnell erkennen und gezielt auswerten.


Dieses Setup zeigt, wie sich mit überschaubarem Aufwand ein hochgradig kontrollierbares, sicheres und effizientes Anbausystem realisieren lässt. Gleichzeitig bleibt die Box modular aufgebaut, sodass einzelne Komponenten angepasst oder erweitert werden können, ohne das Gesamtkonzept zu verändern.

